Die Schützengilde von 1850 e. V. Gartow blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Im Jahr 1850 wurde die Gilde offiziell gegründet – doch ihre Wurzeln reichen noch weiter in die Vergangenheit zurück: Wie bei vielen Gilden war der Ursprung im Mittelalter zu suchen, als sich Menschen zu Gemeinschaften zusammenschlossen, um sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam für Ordnung zu sorgen.
Ursprünglich hatten Gilden vor allem die Aufgabe, die Bevölkerung und die Obrigkeit zu schützen und in Notzeiten zusammenzustehen. Mit der Zeit veränderte sich dieser Zweck: Die Gilden entwickelten sich zu Vereinigungen, die den sportlichen Schießwettkampf pflegten und Werte wie Gemeinschaft, Recht und Gesetz förderten.
Am 18. August 1850 wurde das erste Schützenfest in Gartow gefeiert. Nach einem Königsschießen wurde Franz Pevestorf zum ersten Schützenkönig proklamiert. Damals fanden sich 36 Bürgerinnen und Bürger zusammen, die die Grundlage für die noch heute bestehende Gilde legten.
Schon im Jahr 1925 wurde unter der Leitung des Malermeisters Harry Schulenburg die Kindergilde gegründet. Der erste Kinderkönig war Kurt Fraesdorf. Beim traditionellen Kinderschützenfest schoss der König seine Königin aus – ein Brauch, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelte: Heute können sich auch Mädchen zur Königin schießen und sich einen König aussuchen. Schulen und Kindergärten beteiligen sich noch immer mit bunten Umzügen am Fest.
Das letzte Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg fand 1939 statt, mit Ludwig Bahlke als König. Durch den Krieg wurde das Vereinsleben stark unterbrochen – erst 1949, zehn Jahre später, konnte das erste Nachkriegs-Schützenfest gefeiert werden. Zum König wurde Wilhelm Appelt gekrönt.
Die historischen Fahnen der Gilde aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind heute nicht mehr erhalten. Doch ein wertvolles Bild im Nachlass von Werner Poecks zeigt bereits die Fahne von 1950, die von den Gildefrauen zum 100-jährigen Jubiläum gestickt wurde.
Zum 125-jährigen Bestehen im Jahr 1975 stiftete Fahnenträger Harry Schwetasch eine neue Fahne, die seither die Gilde anführt.
Im Jahr 2000 wurde Jürgen Lehmann zum Jubiläumskönig gekrönt. Zudem feierte der Spielmannszug Gartow sein 20-jähriges Bestehen – ein weiterer Baustein im lebendigen Vereinsleben.
Das erste Schützenhaus entstand durch den „Tivoli Bauverein“: Am 12. Juli 1878 zeichnete die Gilde einen Anteilsschein über 50 Mark für den Bau. Dieses Gebäude wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und in den Nachkriegsjahren in seiner heutigen Form wieder aufgebaut. Seither wurde es mehrfach erweitert und modernisiert.
Bis heute besteht eine enge Verbindung zwischen der Schützengilde und dem Realverband Gartow, dem Eigentümer des Schützenplatzes – ein lebendiges Beispiel für das Zusammenwirken von Tradition und Gemeinschaft in unserer Region.
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